Kaffeeküch' und Schlagende Wetter [Restbestand]

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Art.Nr.: DVD004
Kaffeeküch' und Schlagende Wetter [Restbestand]

250 Jahre Bergbau an der Saar
Saarländischer Rundfunk 2012 - 2 CDs u. 1 DVD

CD 1

Von der Kohlegräberei zur Hochtechnologie

Nach 250 Jahren endet der staatliche Bergbau an der Saar
Ein Radio-Feature von Michael Lentes
Dauer: 27 Minuten

Der schwärzeste Tag

50 Jahre Grubenunglück in Luisenthal
Ein Radio-Feature von Michael Lentes
Dauer: 25 Minuten

CD 2

Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing!

Die Kultur des Bergbaus im Saarland
Ein Radio-Feature von Barbara Grech
Dauer: 25 Minuten

„Hasenbrot und Kautabak“

Erinnerungen an den Bergbau an der Saar
zusammengestellt von Oliver Hottong
Dauer: 39 Minuten
 

DVD

Kaffeeküch' und Schlagende Wetter

250 Jahre Bergbau an der Saar
Ein Film von Wolfgang Felk und Mirko Tomic
Dauer: 39 Minuten

Aus für Ensdorf

Die letzte Grube schließt
Ein Film von Mirko Tomic
Dauer: 30 Minuten


„Durch was ist das Saarland das geworden, was es heute ist? Durch Gruben und Hütten - und sonst nichts!“ Im Fernseh-Feature „Kaffeeküch' und Schlagende Wetter“ (von Wolfgang Felk und Mirko Tomic, DVD) sind diese Sätze von Bergmann Joachim Benz aus dem Jahr 2008 zu hören. Selbstbewusstsein und Stolz der saarländischen Bergleute sprechen daraus. Er gründet sich auf eine 250jährige Bergbaugeschichte, die das Feature mit historischen und aktuellen Aufnahmen episodenhaft erzählt.

Schon vier Jahre später ist nun Schicht im Schacht. Aller Wahrscheinlichkeit nach für immer. Aber auch nach dem Todestag der Kohleförderung im Saarland, dem 30. Juni 2012, bleibt der Satz richtig: Das „Schwarze Gold“ hat die Abbaustätten an der Saar zu einem wichtigen Wirtschaftsraum werden lassen. Der wurde dann, zwischen Deutschland und Frankreich umkämpft, erst zu politischen Einheiten und schließlich zu einem deutschen Bundesland. Und ohne Kohle und Knappen auch keine Bergmannskultur, die diesem Saarland die Seele gab. 

Während der letzten gut 75 Jahre seiner Geschichte haben der Saarländische Rundfunk und seine beiden Vorgängersender den Bergbau an der Saar publizistisch begleitet. Davon zeugen in den SR-Archiven rund 5.000 Sendungen und Beiträge des Hörfunks und Fernsehens.

Nur relativ wenig Überliefertes gibt es aus der Anfangszeit der „Kohlegruben“ an der Saar im zu Ende gehenden Mittelalter. Da wurde die Kohle tatsächlich aus kleinen Gruben heraus gegraben. Unter dem Titel „Von der Kohlegräberei zur Hochtechnologie“ (CD 1) stellt Michael Lentes deshalb auch in seinem Hörfunk-Feature dar, wie sich allmählich aus oft kleinbäuerlichem Nebenerwerb ein weltweit vorbildhafter industrieller Bergbau entwickelte.

Ein wesentlicher Schritt dahin war der Beginn der „offiziellen“ Bergbauzeit an der Saar. Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken sorgte in seiner Regierungszeit von 1741 bis 1768 dafür, dass nicht mehr „lauter liederliche Leute“ einfach nach Kohle gruben. Ein sogenanntes Kohleregal brachte einheitliche Regeln für den Abbau. Und (mehr) Geld in die fürstliche Kasse. Vom Auslaufenden (dort, wo die Kohle an Hängen zu Tage trat) wurden Stollen in den Berg gegraben, später Schächte zu nach und nach immer tieferen Kohleschichten abgeteuft. Die industrielle Kohleförderung nahm ihren Weg.

Aus im Jahr 1730 gerade einmal 102 Kohlegräbern wurden 1957, im Gründungsjahr der Saarbergwerke, 65.000 Beschäftigte in 18 Bergwerken mit über 100 Schächten. Der Kohleabbau hatte sich über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg zu einer Hochtechnologie entwickelt. Und dabei waren nicht nur die Schichtleistungen immer mehr gestiegen. Die Bergleute hatten sich auch viele Sozialleistungen und einen recht auskömmlichen Lohn erkämpft. Die Untertage-Arbeit blieb hart, aber keine Rede mehr von den anfangs kaum erträglichen Zuständen. Auch für die Sicherheit wurde viel getan. 

Da traf den Saarbergbau der schwerste Schicksalsschlag seiner Geschichte. Es ist der 7. Februar 1962, kurz vor acht, knapp zwei Stunden nach Beginn der Frühschicht: „Schlagende Wetter“ verursachten in 530 Metern Tiefe im Bergwerk Luisenthal offenbar mehrere Explosionen hintereinander. „Der schwärzeste Tag“ (Hörfunk-Feature von Michel Lentes, CD 1) kostete 299 Bergleute das Leben.

Tiefe Trauer legte sich über das Saarland. Die Saarländerinnen und Saarländer litten mit den Angehörigen und der Saarberg-Belegschaft. Das Unglück hatte das ganze Saarland erschüttert. Es war eben ein Land der Kohle und der Bergleute. 

Dafür, dass dies nicht immer so bleiben würde, hatte es freilich zuvor bereits deutliche Anzeichen gegeben. Drei Bergwerke an der Saar wurden schon 1959 geschlossen. Nach und nach kamen immer weitere hinzu. Billigere Importkohle sowie Atomkraft und Öl als wichtigere Energieträger sorgten dafür. In knapp 50 Jahren (1957 - 2006) schrumpfte die Belegschaft um mehr als 90 Prozent (auf 5.800 Mitarbeiter). Die Kohleförderung ging um mehr als 75 Prozent zurück (von 16,3 auf 3,6 Millionen Tonnen im Jahr). Der Bergbau kämpfte verzweifelt ums Überleben, hing am Tropf enormer Subventionen aus Steuermitteln. 

Als 2007 in der großen Kohlerunde von Bund, Bergbauländern, Bergbau und Gewerkschaften vereinbart wurde, diesen Tropf 2018 ganz abzuhängen, war der Tod des Steinkohle-Bergbaus in Deutschland beschlossene Sache. Im Saar-Revier freilich ließen unbeherrschbare geologische Abbau-Bedingungen die Erde immer wieder beben. Aus Angst um ihre Gesundheit und vor finanziellen Schäden protestierte die „Interessengemeinschaft der Bergbaugeschädigten“ immer nachdrücklicher. Das Saarland hatte nach und nach schon aufgehört so selbstverständlich ein Bergbauland zu sein wie ehedem.

Und dann der 23. Februar 2008: Die Erde bebte so heftig wie nie zuvor im Saarland, die Erdstöße erreichten 4,0 auf der Richterskala. Innerhalb eines Tages wurden 450 Bergschäden gemeldet. Aus dem Giebel der Kirche St. Blasius in Saarwellingen stürzten große Gesteinsbrocken auf die Freitreppe - wo wenige Stunden zuvor noch Kinder gespielt hatten. Durch großes Glück gab es zwar keine Schäden an Leib und Leben, dem Saarbergbau selbst versetzte das Grubenbeben dennoch den vorzeitigen Todesstoß. 

Die Landesregierung vereinbarte nach einem sofortigen Abbaustopp für die Primsmulde Süd mit dem Unternehmen RAG Deutsche Steinkohle den 30. Juni 2012 als Todestag: „Aus für Ensdorf – die letzte Grube schließt“ (Fernseh-Feature von Mirko Tomic, DVD)

Und danach gibt dann „das Saarland seine Kultur ab“ - wie es Joachim Benz, Bergmann in dritter Generation, befürchtet? Für das Hörfunk-Feature „Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing“( CD 2) hat Barbara Grech Bergmannsvereine besucht, Bergkapellen und Chören zugehört und dabei festgestellt: „Die Kultur des Bergbaus im Saarland“ wird voller Inbrunst auch weiterhin gepflegt. 

Joachim Benz, seit knapp dreißig Jahren unter Tage tätig, tut es ebenfalls. Wie 13.000 andere mit ihm. Und auch „Erinnerungen an den Bergbau an der Saar“ (CD 2) von 21 Hörerinnen und Hörern von SR 3 Saarlandwelle lassen hören, was ein Land fühlt. Noch immer. Aber wird diese Prägung durch zweieinhalb Jahrhunderte Bergbautradition den erforderlichen Strukturwandel überleben? Wie viel davon kann bewahrt werden? Und wie? 

Auch viele andere Fragen bleiben, denen ebenfalls in den Beiträgen in diesem CD-/DVD-Paket nachgegangen wird. Wird die Bergbau-Zulieferindustrie überleben? Sind wenigstens dort die Arbeitsplätze zu retten? Im Bergbau selbst wurden sie zwar durch den Einsatz enormer Steuermittel „sozialverträglich“ abgebaut - aber wird es auch gelingen, ausreichend neue entstehen zu lassen?
Können auf Bergbau-Brachen und in stillgelegten Bergwerken alternative Energien gewonnen werden - dort, wo bislang die Kohle die Menschen ernährte?

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Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 13. Juni 2012 in unseren Katalog aufgenommen.

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